aktuelles
Schule geschafft! Und jetzt?
Für junge Menschen ist es trotz der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt oft nicht... Mehr Infos
Preisverleihung
In der Berichterstattung der Presse sind Wettbewerbe, Auszeichnungen und... Mehr Infos
Draußen vom Wald
Der alljährliche Weihnachtsbasar der GbF Schweinfurt, welcher in diesem Jahr unter dem... Mehr Infos
Mal was anderes
Die Jugend ist oft eine emotionale Achterbahnfahrt, getragen von Brüchen, Problemen und... Mehr Infos
Weitere Fragen?
Rufen Sie uns an unter 09721 7899-0 oder senden Sie uns eine E-Mail.
Sie befinden sich hier: startseite- aktuelles- archiv- 2010- 2010-02-28.php
Archiv
Lesen Sie frühere Nachrichten und Beiträge zur GbF Schweinfurt.
Fit für Ausbildung
[Nachricht vom 01.03.2010]Im Rahmen des GbF Projektes „Integration durch Ausbildung“ fand am 28.02.2010 im Alevitischen Gemeindehaus eine Berufsinformationsveranstaltung zum Thema „Fit für Ausbildung?!“ statt. Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Alevitische Gemeinde in Schweinfurt und der Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt mbH, kurz: GbF, organisiert und durchgeführt. Rund 70 interessierte Eltern und Jugendliche folgten aufmerksam den Referenten der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, der Stadt Schweinfurt, der Handwerkskammer für Unterfranken, dem Unternehmer Engin Secgin, sowie der GbF.
Der Projektmitarbeiter Halil Cesur von der GbF hat selbst Migrationshintergrund und weiß worauf es ankommt: „Wir wissen, dass viele türkische Eltern über die Zukunft ihrer Kinder bestimmen und deswegen ist es für uns immens wichtig, dass wir mit den Eltern in Kontakt kommen und zusammen arbeiten. Es geht schließlich um ihre Kinder. Es ist immer wieder erstaunlich festzustellen, wie gering die Teilnahme an gemeinsamen organisierten Elternabenden an Schulen ist. Klar ist es auch, dass man ohne Eltern keinen Einfluss auf die berufliche Zukunft der Jugendlichen hat. Wir haben uns gedacht, „wenn sie nicht zu uns kommen, dann gehen wir zu ihnen“. Wenn wir sie vor Ort besuchen, ist es für uns effektiver, weil sie sich in ihren Gemeinden wohl fühlen und wir als „Gast“ bei ihnen sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Gast einen hohen Stellenwert bei den türkischen Familien hat“
Oft sind türkische Eltern aufgrund von Hemmungen oder Sprachdefiziten sehr wenig über das Ausbildungssystem in Deutschland informiert bzw. haben falsche Vorstellungen und Erwartungen bzgl. des deutschen Bildungs- und Ausbildungssystems. Sie vergleichen immer wieder das türkische Schulsystem mit deutschem Schulsystem, wobei diese verschieden sind.
Veranstaltungsziel
Die Veranstaltung begann mit einem Vergleich der beiden Schulsysteme. Dabei wurde deutlich, dass das türkische und das deutsche Schulsystem sehr verschieden sind; z.B. ist das türkische Schulsystem i.d.R. einstufig, das heißt, nach der Grundschule (bis 7 Klasse) gehen alle Schüler auf das Gymnasium (Lise - Lyzeum). Zum Schluss münden sie alle bei der Aufnahmeprüfung zu einem Studium. Es gibt keine Berufschule und keine Auszubildung, also kein duales Ausbildungssystem wie wir es in Deutschland haben. Im Gegensatz zum türkischen Schulsystem ist das deutsche Schulsystem vielfältig und bietet verschiedene Möglichkeiten. Um genau darüber Bescheid zu wissen, sollte man sich in Deutschland genau informieren. Aufgrund der sprachlichen Barriere, der Hemmungen und Distanz gegenüber den Behörden, gelangen die notwendigen Informationen über die berufliche Zukunft etc. nur sehr schwer an die türkische Familien.
Hauptzweck der Veranstaltung war, die Menschen zu informieren und die beruflichen Möglichkeiten z.B. Berufsorientierung, Ausbildungsreife, Ausbildungsplatzsuche etc. aufzuzeigen. Halil Cesur vom Projekt „Integration durch Ausbildung“ beschreibt dies folgendermaßen: „Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland müssen wir alle an sich fähigen Menschen bestmöglich ausbilden und unsere produktive Zukunft sicher stellen. Jeder ist gefragt!“
Die Referenten
Die Veranstaltung wurde durch Herrn Halil Cesur moderiert. Zunächst wurden die Gäste durch Herrn Sinan Gülec begrüßt und im Anschluss hat Herr Mantel von der Stadt Schweinfurt seine Integrationsprojekte, z.B. „Rucksackprojekt“, „Migranten für Migranten“, „starke Eltern, starke Kinder“, „Bayerisches Schulsystem“, „Antiaggressionskurse“ und „Sprachkurse“ vorgestellt.
Unsere Erfahrungen haben auch gezeigt, dass die türkischen Eltern und Jugendlichen Befürchtungen vor dem „Berufswahltest“ bei der Agentur für Arbeit haben. Die türkischen Eltern denken, dass die Kinder nach diesem Test, als förderbedürftig abgestempelt und in eine Förderschule gesteckt werden. Um diesen existierenden Vorurteilen entgegen zu wirken hat der Berufsberater Herr Wolf von der Agentur für Arbeit exemplarisch ein „Berufswahltest“ erklärt und dargestellt. Entscheidend ist herauszufinden, welche Kenntnisse und Fähigkeiten (Denkvermögen, logisches Denken und Handgeschick) der Jugendliche hat, und welche beruflichen Interessen vorliegen.
Herr Göllner, Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer für Unterfranken, hielt einen Vortrag zum Thema „Ausbildung in einem Handwerksbetrieb“. Welche Anforderungen die Betriebe an die Auszubildenden stellen z.b. welche Kenntnisse, Fähigkeiten, Schulnoten und Schulabschlüsse die Auszubildenden mitbringen sollten.
Halil Cesur, Mitarbeiter der GbF, stellte sein Projekt „Integration durch Ausbildung“ vor und sprach über die bis jetzt gewonnen Erfahrungen mit türkischstämmigen Jugendlichen bzw. Familien.
Engin Secgin, 24 Jahre alt, türkischstämmig und erfolgreicher Unternehmer. Er erzählte, dass er in der Schule nicht so gut war und der Weg bis zur Selbstständigkeit sehr mühselig gewesen sei. Er hat den Jugendlichen empfohlen, dass sie ihre Chancen durch die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten, nutzen sollen.
Weitere Referentinnen waren Frau Spiegel und Frau Cwyl ebenfalls Mitarbeiterinnen der GbF Schweinfurt, die u.a. mit ihren Projekten (Kompetenzagentur und ProPraxis) an der Albert-Schweitzer-Schule aktiv sind. Sie stellten die Projekte vor und berichteten von ihren Erfahrungen mit den Jugendlichen.
Fazit
Halil Cesur: „Alle Referenten/innen und die Alevitische Gemeinde waren mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Die Gäste waren sehr aufmerksam und haben still zugehört. Wir wollen die Menschen mit Migrationshintergrund auf unsere Unterstützungsangebote aufmerksam machen und Ihr allgemeines Interesse wecken. Dank gilt der Alevitischen Gemeinde für ihre Unterstützung. Weitere Berufsinformationsveranstaltungen mit den Türkischen Vereinen sind in Planung“
Frühere Artikel
. . . finden Sie im Archiv!
