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NachrichtenPreisverleihung

[Nachricht vom 13.12.2011]

In der Berichterstattung der Presse sind Wettbewerbe, Auszeichnungen und Preisverleihungen keine große Besonderheit mehr, von Sportevents, diversen Casting-Shows bis hin zur Oskar-Verleihung treten sich die Gewinner und Preisträger in der öffentlichen Aufmerksamkeit beinahe schon auf die Füße. Und doch bestehen große Unterschiede – denn ein Germanys Next Topmodel, Deutschlands Superstar und selbst ein Oskar-Preisträger stehen zwar im Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit, wirkliche Verdienste für die ihnen zujubelnden Menschen werden mit den Geehrten jedoch eher selten in Zusammenhang gebracht.

Neben diesen zunehmenden mehr oder weniger sinnvollen Auszeichnungen der Medienwelt gibt es jedoch auch im Bereich der gesellschaftlich relevanten Themenfelder wie Forschung, Bildung, Wirtschaft und Politik eine Vielzahl von Wettbewerben und Preisen mit unterschiedlicher Bedeutung und Breitenwirkung.

Und jetzt - wieder mal ein Preis, möchte man beim aktuellen Blick in die regionale und sogar überregionale Presse denken - doch dieser hat es in sich.

Bildungsidee - was etwas trocken und auf den ersten Blick recht unspektakulär wirkt, ist eine besondere Auszeichnung für ausgewählte Projekte aus dem Bildungssektor, die im bundesweiten Wettbewerb "Ideen für die Bildungsrepublik" unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, vergeben wird.

Träger des Wettbewerbes ist "Deutschland - Land der Ideen" - eine gemeinsame Initiative der deutschen Bundesregierung und der Wirtschaft, die selbst im Umfeld eines Wettbewerbes der Fussballweltmeisterschaft 2006 ins Leben gerufen wurde und nun ihrerseits bundesweit Auszeichnungen für besondere Verdienste für den Standort Deutschland verleiht.

Eine solche Auszeichnung wurde nun der GbF Schweinfurt für ein bundesweit einmaliges und zukunftsträchtiges Bildungsprojekt zuteil, welches bei der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt bemerkenswerte Erfolge vorweisen kann.

Hinter der Bildungsidee Ausbildungsakquisiteur für Migranten des Projektes I.D.A. steht der GbF-Mitarbeiter Halil Cesur, der als Türöffner Jugendliche mit Migrationshintergrund wie auch Unternehmen für die Ausbildung sensibilisiert und motiviert.

Der 40-Jährige hielt schon früher Vorträge in türkischen Vereinen und Gemeinden zum Thema berufliche Integration, merkte aber, dass die Leute nicht richtig zuhörten. Wie aber Aufmerksamkeit und Interesse generieren, wenn viele Türken nur mit dem Körper hier in Deutschland, mit dem Geist aber in der Türkei sind? Er musste also Brücken zwischen kultureller Heimat und aktuellem Lebensmittelpunkt bauen, den Menschen vermitteln, dass Herkunft und Gegenwart keine unvereinbaren Gegensätze sind. Als Brückenfundament sollte eine visuelle Darstellung der Situation mit aneinandergefügten Imagefilmen über die Türkei und Deutschland dienen, doch zum türkischen Beitrag fand Halil Cesur zunächst kein adäquates Gegenstück, das die Vorzüge Deutschlands zeigt.

Im Internet stieß er dann doch auf einen solchen Streifen, kurioser Weise auf der Seite von „Land der Ideen". Cesur schnitt beide Filme zusammen und wollte damit seinen Landsleuten zeigen, dass sie auch hier zuhause sind. "Wir Türken dürfen unsere Heimat nicht vergessen, müssen aber gemeinsam die Zukunft unserer Kinder gestalten". Und deshalb fragt er im Film: „Wie identifizieren wir uns mit Deutschland, wie haben wir uns mit dem Land auseinandergesetzt?". Aufgrund seines eigenen türkischen Hintergrundes bringen ihm Eltern wie auch deren Kinder Vertrauen entgegen, er spricht deren Sprache und kennt die kulturellen Hintergründe und auch Ängste besser als es jeder autochthone Arbeitsvermittler vermag. Er hat Zutritt zu Herz und Seele der Migranten. Sogar mit Power-Point-Präsentationen im Gebetsraum einer Moschee versucht Cesur die Türken zu überzeugen. Statements einiger Projektteilnehmer, ebenfalls in einem kleinen Film zusammengeschnitten, belegen seine Erfolge.

"Er ist eine einfallsreiche Persönlichkeit, die wir am liebsten klonen möchten", sagt Bärbel Braun vom Jobcenter Schweinfurt. "Eigentlich unentbehrlich" seien seine Dienste, ergänzt Friedrich Holzgärtner, Konrektor der Paul Ebert-Schule in Kitzingen, Partner des Projektes, mit dem Brücken gebaut werden können. Berufliche Bildung stärkt das Gefühl, erwünscht zu sein und dazu zu gehören.

Auf der feierlichen Preisverleihung am 12.12.2011 konnte nun Halil Cesur unter den Augen von zahlreichen geladenen Gästen aus Politik, Partnern der GbF sowie Vertretern der türkischen Gemeinden den Preis Bildungsidee aus den Händen von Holger Lösch, Vorstandsvorsitzender von "Deutschland - Land der Ideen" entgegennehmen.

Die Presse war natürlich auch da. Und zwar zahlreich vertreten, von regionalen Zeitungen bis hin zum Fernsehen. Doch diesmal stand nicht Dieter Bohlen im Mittelpunkt - sondern Germanys best Ausbildungsakquisiteur

Hier finden Sie ein Audiointerview des Bayerischen Rundfunks mit dem Ausbildungsakquisiteur Halil Cesur.


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