Die GbF während des zweiten Lockdowns ...

Es folgt ein kleiner Ausschnitt aus dem kreativen Einfallsreichtum, der innerhalb der letzten Wochen maßnahmenübergreifend innerhalb der GbF unter Beweis gestellt wurde.


Ausbildungsbereich Küche. Die dreijährigen Rahmenausbildungspläne, die schlussendlich zu Berufsabschlüssen wir dem des Kochs führen, erfordern eine feste Struktur und enge persönliche Begleitung. So stellte das „Ausbilden in Distanz“ zunächst eine Herausforderung für die Ausbilder dar, die es zu bewältigen galt.


Um die angesprochene Struktur weiterhin aufrechtzuerhalten, wurde ein genauer Wochenablauf entwickelt, um die jungen Menschen bei ihrer Organisation zu unterstützen. So wurden alle dreizehn Auszubildenden stets zu Wochenbeginn angerufen, um mit ihnen die Aufgaben für die Woche, immer ein theoretischer und ein praktischer Teil, detailliert durchzusprechen. Diese erhielten die Teilnehmer*innen per Post. Im Anschluss arbeiteten die Auszubildenden weitgehend selbstständig: Montag und Dienstag waren die theoretischen Aufgaben an der Reihe, die restliche Woche wurde praktisch gearbeitet. Dabei mussten die Teilnehmer*innen (mit Ausnahmen von vorgegebenen Pausenzeiten) stets erreichbar sein. So konnten die Ausbilder jeden Tag per Telefon mitverfolgen, wie der Arbeitsfortschritt der Auszubildenden aussah. Zu diesem Zweck wurden auch engmaschige Bilddokumentationen der gekochten Gerichte (siehe Bildercollage) gefordert. Täglich erfolgten erneute Telefonate, um die weiteren, noch unerledigten Aufgaben erneut Schritt für Schritt durchzugehen und bestehende Probleme aus der Welt zu schaffen.


In engem Austausch mit den Lehrer*innen der Berufsschule orientierten sich die Anforderungen stets am Lehrbuch „Der junge Koch“. Bei Notfällen und über das Telefon nicht zu klärenden Problemen wurde auf Einzelgespräche in Präsenz zurückgegriffen.



Berufsorientierungsnetzwerk (BON). Das Berufsorientierungsnetzwerk ist eine schulbezogene Maßnahme, die den Übergang in die Arbeitswelt und den Kontakt zu den Betrieben für die Schüler*innen erleichtern soll. Teil dieses Auftrags ist beispielsweise auch die Vermittlung zu Praktikumsplätzen und die Durchführung von Unterrichtseinheiten.


Durch die Abhängigkeit der Maßnahme vom schulischen Umgang mit dem Lockdown mussten die Mitarbeiter des BON-Teams wahre Spezialisten in Sachen digitaler Kommunikation werden. So wurden nahezu alle denkbaren Kommunikationsplattformen (je nach Schulentscheidung) genutzt und Schüler über Zoom unterrichtet, per Mail kontaktiert, über Schoolfox benachrichtigt, über Skype gesprochen oder über MS Teams betreut. Weitere Plattformen wie etwa Jitsi, Mebis oder Mitsi kamen auch zum Einsatz. So konnte auch die Kommunikation und Vermittlung zwischen Betrieben, Schulen sowie den Angeboten der Berufsberatung sichergestellt werden.


Um die Schüler weiterhin mit wichtigem Wissen über verschiedene Themen der Arbeitswelt zu versorgen, entstanden im Lockdown weiterhin verschiedene Videoanleitungen. Unten sind beispielsweise kleine Ausschnitte aus dem Video zur Gliederung der Betrieblichen Lernaufgabe zu sehen (siehe Bildercollage).



Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme Reha (BvB-Reha). Zur Zielgruppe der BvB-Reha gehören insbesondere junge Menschen ohne berufliche Erstausbildung, die Unterstützungsbedarf in verschiedenen Schlüsselkompetenzen aufweisen. Zu den breitgefächerten Aufgaben dieser Maßnahme zählen unter anderem die Vermittlung schulischer Grundlagen sowie Arbeitstugenden (z. B. Pünktlichkeit), Bewerbungstrainings und auch Aspekte der Berufsorientierung sowie sozialpädagogische Angebote.


Durch die Vorgabe, rein auf Distanz mit den Teilnehmer*innen zu arbeiten, musste auch diese Maßnahme viele ihrer bewährten Konzepte neu interpretieren. So wurden Arbeitsmaterialien etwa über das Internet zur Verfügung gestellt und ausgefüllt zurückgefordert. Daneben wurde mit Hilfe der Website des Bayerischen Rundfunks eine digitale Berufserkundung durchgeführt, über Quizangebote das Grund- und Allgemeinwissen der Teilnehmer*innen gefördert oder praktische Aufgaben je nach Fachbereich verteilt. Auf diese Weise entstand beispielsweise ein Kuchen, dessen Zubereitung Schritt für Schritt dokumentiert werden musste (siehe Bildercollage). Jede Teilnehmer*in bekam im wöchentlichen Turnus ein quasi individuell zusammengestelltes Aufgabenbündel für die Woche. Über Einzelgespräche am Telefon konnte zudem auch die persönliche Betreuung fortgeführt werden.



Eingliederungscoaching für Alleinerziehende (EfA). Das Eingliederungscoaching für Alleinerziehende leistet die wichtige Aufgabe, Alleinerziehende – in der Regel Frauen - bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, sodass diese eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz finden können. Neben Nachhilfe- und allgemeinbildendem Unterricht sollen die namensgebenden Einzelcoachings bei der Zielerreichung helfen.


Der Lockdown verhinderte die Fortführung des gewohnten Unterrichtsprinzips und so mussten neue, kreative Lösungen gefunden werden. Über die sozialen Medien und per Post wurden den Teilnehmer*innen der Lernstoff (Grundkompetenzen wie etwa ein sicheres Leseverständnis oder beispielsweise Informationen über Vorstellungsgespräche) und die dazugehörigen Hausaufgaben übermittelt. Die Teilnehmer*innen hatten ihrerseits dann die Aufgabe, die gestellten Aufgaben zu lösen und diese Lösungen an die Mitarbeiter der GbF zurückzuschicken. Auf diese Weise konnte ein Lernerfolg der Teilnehmer*innen sichergestellt werden. Auch ermöglichte dieses Vorgehen eine individuelle und spezifische Rückmeldung über die Qualität der eingesandten Aufgaben.


Durch die Möglichkeit, weiterhin im Einzelkontakt zu arbeiten, konnte die Maßnahme ihre Einzelcoachings mit den Teilnehmer*innen nach Terminvergabe weiterführen und so auch im persönlichen Kontakt mit den Arbeitssuchenden bleiben. Individuelle Probleme oder Schwierigkeiten im Homeschooling konnten so zielführend aus der Welt geschafft und die besonderen Belastungen, die mit der Ausnahmesituation „Corona“ einhergehen, abgefangen werden.



Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS). Auch die Unterstützung und Begleitung von „sozial benachteiligten“ und „individuell beeinträchtigten“ jungen Menschen an Schulen funktionierte in Zeiten geschlossener Schulhäuser etwas anders.


Die Jugendsozialarbeiter*innen an Schulen konnten den Kontakt zu den Jugendlichen über kreative Lösungen wie Einzeltreffen außerhalb der Schule halten. So sprach man sich beispielsweise bei gemeinsamen Spaziergängen mit dem Haustier oder kurzen Schneewanderungen. Auch der Austausch über Distanz gewann an Bedeutung. Apps für die digitale Kommunikation kamen dabei genauso zum Einsatz wie das gute, alte Telefon. Hausbesuche (mit Maske) bei den Familien der betroffenen Kinder waren außerdem nichts Ungewöhnliches.


Die JaS-Fachkräfte pflegten darüber hinaus auch Instagram und zum Teil sogar YouTube in ihre tägliche Arbeit ein und gaben ihren Schüler*innen damit wichtige Tipps und Tricks in der Bewältigung der schwierigen Lockdown-Situation mit auf den Weg. So entstand eine ganze Reihe an Medieninhalten von witzigen Challenge-Videos (Klopapier-Hochsprung im Kampf Mensch gegen Hund, siehe Bild), die dem Beziehungsaufbau mit den Schüler*innen dienten, bis hin zu einem ganzen Guide zum „Überleben im Homeschooling“ (siehe Bild) und vieles mehr.


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